Erstellt am 15. Juni 2026
The Championship Šamorín: TiB bei der Challenge-Weltmeisterschaft
Ein Jahr nach der Qualifikation bei der Challenge Salou 2025 führte die Reise für Johannes Brünink aus der Triathlon Abteilung nach Šamorín in die Slowakei. Schon die Anreise hatte etwas von Langdistanz im Kleinen: mit dem Camperbulli als Roadtrip, viel Vorfreude im Gepäck und dem Ziel, bei The Championship der Challenge Family nicht nur dabei zu sein, sondern das Rennen sauber und mit Freude ins Ziel zu bringen.
Der Wettkampfort in der x-bionic sphere bietet dafür eine besondere Bühne. Das riesige olympische Trainingszentrum mit Hotel, Schwimmanlagen, Leichtathletikstadion und zahlreichen weiteren Sportstätten macht den Wettkampf kompakt, professionell und gleichzeitig sehr publikumsfreundlich. Seit 2017 hat sich Šamorín als fester Ort für große internationale Triathlonrennen etabliert. Namen wie Lionel Sanders, Sebastian Kienle, Florian Angert, Gustav Iden, Lucy Charles-Barclay oder Anne Haug zeigen, welches sportliche Niveau hier regelmäßig unterwegs ist.
Auch 2026 war die Atmosphäre entsprechend groß: Profifeld, volle Wechselzone, rote Teppiche, viele Zuschauer:innen und ein Veranstaltungsformat über zwei Tage mit weiteren Wettbewerben. Im Meisterschaftsrennen gewannen Harry Palmer in 03:31:55 Stunden und Caroline Pohl in 03:55:39 Stunden.
Die Strecke wirkt auf dem Papier übersichtlich, leicht und schnell, verlangt aber tatsächlich Konzentration. Geschwommen wird über 1,9 Kilometer im Donaukanal, meist in ruhigem und klarem Wasser. Auf dem Rad folgen laut Zeitnahme 89 Kilometer auf nahezu flachem Terrain. Die fehlenden Höhenmeter sind jedoch nur die halbe Wahrheit: Auf den offenen Feldern parallel der Donau wird der Wind schnell zum eigentlichen Gegner. Wer die Aeroposition stabil halten kann, spart hier entscheidende Körner. Der abschließende Halbmarathon ist ebenfalls flach, führt aber über wechselnde Untergründe wie Asphalt, Kopfsteinpflaster, Gras und teilweise sandige Passagen hauptsächlich ohne Schatten durch die pralle Sonne. Genau das macht das Laufen härter, als es das Höhenprofil erwarten lässt.
Der Wettkampftag begann im Wasser durchaus frisch. 14 Grad sind keine Komfortzone, wurden von Johannes aber als erfrischend und gut machbar empfunden. Mit guter Übersicht und schnellen Armen fand er sofort in einen stabilen Rhythmus. In unerwartet guter Position kam er aus dem Donaukanal. Der erste Wechsel saß ebenfalls, die schnellste Wechselzeit in der Altersklasse.
Auf dem Rad zeigte sich dann die stärkste Phase des Rennens. Johannes fuhr auf seinem Rad eine Aeroposition der alten Schule und arbeitete sich bei Wind und Hitze in einem Schnitt von 37,6 km/h deutlich nach vorne. Nach dem Radfahren lag er auf Platz 2 seiner Altersklasse. Gerade auf einer Strecke, die leicht aussieht, aber über lange Abschnitte kompromisslos gefahren werden muss, war das eine starke Zwischenbilanz.
Der Halbmarathon wurde auf einmal die spannendste Herausforderung des Tages. Nach dem erfrischenden Schwimmen drückte die Hitze, die Belastung lag längst jenseits der drei Stunden, und die Energie war auf dem Rad spürbar investiert worden. Die erwartbare schnelle Laufzeit, war an diesem Tag nicht mehr drin. Johannes lief den Halbmarathon mit einem Schnitt von 5:17 min/km und hielt das Rennen sicher bis ins Ziel.
Nach 04:52:26 Stunden netto überquerte Johannes die Ziellinie. In der Gesamtwertung bedeutete das bei den Männern Platz 264 von 458 Startern und in der Altersklasse Platz 9.
Im Ziel überwogen Stolz und Freude über die erfolgreiche Teilnahme an einem der besonderen internationalen Mitteldistanzrennen Europas. Die persönliche Unterstützung an der Strecke, die wiederholten Anfeuerungen auf dem zuschauerfreundlichen Laufkurs und die Atmosphäre der x-bionic sphere machten den Wettkampf zu einem Erlebnis, das sich nicht in der Ergebnisliste einfangen lässt. Und ein neues Fernziel gibt es auch schon: Roth 2027.
Ergebnis 308. Gesamtwertung / 264. Männer / 9. AK M55-59: 04:52:26 Stunden
Splits: Schwimmen 32:10 min, T1 02:53 min, Rad 02:21:50 h, T2 03:51 min, Lauf 01:51:45 h
Text: Johannes Brünink