Erstellt am 15. Juni 2026
Wie die enorme Länge der Ergebnislisten schon zeigt, war die TiB bei dieser 20. Austragung des Berlin Triathlons breit vertreten. Mit dem neuen Hauptsponsor hat der S-Bahn Berlin Triathlon seine Reichweite massiv erhöhen können, was sich in den sehr hohen Anmeldezahlen und den vollen Strecken widerspiegelte. Über zwei Tage kämpften sich Jedermänner und -frauen, Kinder und Staffeln über Sprint- und olympische Distanzen um die Insel der Jugend, über die Neue Krugallee bis zum S-Baumschulenweg und die B96a bis zum S-Treptower Park und zuletzt um den Plänterwald ins Ziel auf der Bulgarischen Straße. Der Wettkampf am Treptower Park hat Tradition und ist für viele das erste Highlight der Saison – und birgt als einer der sehr wenigen ausgewählten Wettkämpfe in Deutschland mit Windschattenfreigabe beim Radfahren ein Rennfeeling, das den Bundesliga-Wettkämpfen sehr nahekommt.
Während sich die meisten aus der Gruppe am Samstag mit Aktivierungen und dem Abholen der Startnummern beschäftigten, war für die Jüngsten und die Staffeln bereits High Noon. Seit Längerem stellen wir bei diversen Wettkämpfen sehr starke Staffeln auf, so auch dieses Mal. Am Samstag um 17 Uhr fiel der Startschuss. Gemeinsam gingen Fedor, Samu und Alex als Teil einer Staffel über die Sprintdistanz an den Start und traten gegen 25 weitere Teams an. Die Vorbereitung war bei allen Staffelmitgliedern eher minimal gewesen, daher stand vor allem eines im Vordergrund: Spaß haben.
Doch kaum im Wettkampf angekommen, packte sie der Ehrgeiz. Samu überzeugte mit einer starken Leistung auf der Radstrecke, während Alex einmal mehr ihre Qualitäten beim Laufen unter Beweis stellte. Am Ende wurde ihr Einsatz belohnt: Die Staffel erreichte einen hervorragenden fünften Platz in der Gesamtwertung und sicherte sich zudem den zweiten Platz in der Kategorie der Mixed-Staffeln.
Beim Kinder-Triathlon ging es genauso heiß her. Mit Bente und Matheo sind bereits zwei der Kinder unserer TiB-Athlet:innen voll im Triathlon-Fieber. Beide schlugen sich in dem Feld von über 125 Kindern stark. Bente wurde mit dem ersten Platz in ihrer AK belohnt.
Die Sonne ging unter und nach ein paar wenigen Regentropfen wieder auf und enthüllte das Schlachtfeld, auf dem am Sonntag die Mitteldistanzler in aller Frühe das Wasser und den Asphalt für die hungrigen Starter:innen über die olympische Distanz warm schwimmen und fahren würden. Aufgrund der großen Anzahl gab es drei Startwellen, die grob in Frauen, Männer unter 35 und Männer über 35 eingeteilt waren. Zunächst zog es Zora, Annalena und Kristin ins Wasser. Im Gegensatz zum letzten Jahr war es allen vergönnt, dieses Jahr die vollen zwei Runden um die Insel der Jugend zu schwimmen, was vor allem unserem schwimmstarken Neuzugang Annalena zugutekam. Mit der fünftschnellsten Schwimmzeit konnte sie sich vorne im Feld platzieren und musste sich vor allem den acht Minuten später startenden Männern nicht geschlagen geben. Auf dem Rad würde sich die Gruppe tatsächlich zusammenfinden und gemeinsam unter den ersten zehn das Radfahren beenden. Zora spielte ihre Karten als Leichtathletin voll aus, lief mit der drittschnellsten Laufzeit auf Rang 4 vor und gewann ihre AK. Annalena machte vier Plätze gut und lief auf Rang 6 vor. Kristin hatte auf dem Rad leider das Pech strenger Kampfrichter und langsamer Männer. Nachdem sich zu ihrer Gruppe auch ein Mann gesellt hatte, wurde sie wegen Windschattenfahrens disqualifiziert – ein Schicksal, das sie mit vielen anderen im Feld teilte. Obwohl eine Windschattenfreigabe gilt, darf nur im eigenen Wettkampf Windschatten gegeben werden, also insbesondere nicht zwischen Männern und Frauen. Es wäre der 11. Platz geworden.
Das Männerfeld war stark vom Altersklassen-Schnitt betroffen, sodass Nils, Matthias und David gut 1,5 Stunden vor dem Rest der Gruppe Spreewasser schmecken durften. Das Schwimmen war unerwartet hart. Strategisch positioniert, hielten sich David und ein befreundeter TVB09-Athlet direkt bei Nils auf – zum einen, um vom Wasserschatten zu profitieren, zum anderen, um Nils als bestem Schwimmer den Rücken freizuhalten, was sich speziell in diesem Jahr als nützlich erweisen würde. Es kostete viel Kraft, aber bis zur ersten Boje schwammen Nils und Moritz bereits vorne aus dem Feld heraus, während David sich pflichtbewusst mit der überaus motivierten zweiten Reihe prügeln durfte. Es sollte sich lohnen. Auch wenn David nach der hektischen Phase ein ruhiges Grundlagen-Tempo anschlug, um auf dem Rad wieder dabei zu sein, kam Nils auf Platz zwei liegend aus dem Wasser und in die Wechselzone. Diesen Platz sollte er bis zum Ende des Radfahrens halten. David entschied, auf dem Rad ganz andere Zahnkränze aufzulegen, und setzte gleich zu Beginn des Radfahrens ein paar Ausrufezeichen. Nachdem diverse Gruppen organisiert, gezogen und wieder gesprengt worden waren, erfuhr sich der TiB-Headcoach in seiner einzigen relevanten Disziplin die zweitbeste Radzeit des Tages und den letzten Top-10-Platz nach dem Rad. Im Laufen kam dann die Quittung. Während Nils seine fantastische Position an der Spitze bis zum Ende auf Platz 4 (später 5) verteidigte, gab David ganze 13 der zuvor gewonnenen 24 Plätze wieder ab. Erst die Gruppe um die zweite und dritte Frau brachte ihn dazu, die Beine außerhalb des Wohlfühlbereichs anzusprechen. Matthias' erster Triathlon war dagegen ein ganz anderes Kaliber. Nachdem er sich nach dem Schwimmen sehr stark im vorderen Sechstel positioniert hatte, war es eine Radpanne, die ihm den Tag ein bisschen vermiesen sollte. Es war letztlich Eikes Werkzeug, das ihm den ersten Reifenwechsel ohne YouTube-Video und damit das erste Finish einer olympischen Distanz ermöglichte.
Während das erste Rennen somit, was die Teamplatzierung anging, schon nach dem Schwimmen seinen erwartbaren Bahnen folgte, wartete die zweite Welle mit einem Krimi sondergleichen auf. Während Johann und Johannes mit nur 28 Sekunden Abstand hintereinander aus dem Wasser kamen, vergaß Johann sein Startnummernband und verlor somit den Anschluss an die schnelle Radgruppe. Erst die hinter ihm liegende Gruppe mit Karlos und Eike sollte ihn letztlich aus dem Niemandsland ohne Mitfahrende retten. Karlos war sich nach seiner Schulterverletzung nicht einmal sicher, ob er das Rennen so bestreiten könnte, doch mit einer Schwimmzeit, die ihn in der ersten Welle in eine Gruppe mit David gesteckt hätte, gewann er seinen ganz eigenen Platz allein auf der Radstrecke. Das Windschattenfahren ist ein toller Gewinn für alle, die im Wasser und nach dem Wechsel eine Gruppe haben. Für starke Schwimmer wie Karlos bedeutet es jedoch zwei Radrunden ohne Windschatten und ohne Ruhe. So war es am Ende der radstarke Eike, der zuerst Karlos und, wie schon erwähnt, Johann einsammelte. Johannes hingegen führte in der schnellen Radgruppe, die Johann zurückgelassen hatte, sein eigenes, brutal starkes Rennen. Unser The-Championship-Samorin-Starter hatte einen Tag für die Götter und lief nach dem sehr starken Radfahren eine brachiale Pace, die ihn am Ende mit Platz 10 gesamt und Platz 1 in seiner AK belohnte - nach Nils der beste TiBler des Tages. Die anderen hatten sich auf Platz 20 vorgekämpft und begannen beim Laufen, ihre finalen Duelle auszutragen. Karlos verlor früh gegen Eike und Georg wichtige Platzierungen. Georg hatte unbemerkt sein Rennen hinter den anderen gestartet und war nach dem Radfahren in seiner besten Disziplin - dem Laufen - angekommen. Sein Lauf sollte die sechstbeste des Tages werden und ihn über 21 Plätze gewinnen lassen. Karlos musste seine Laufbeine zunächst finden, aber spätestens, als ein Fahrrad ihm den Weg bereitete und mit dem Ausruf „schneller Läufer von hinten“ die vor ihm liegende Masse an Starter:innen teilte, packte ihn nicht nur der Mut, sondern auch der Ehrgeiz. Während Eike unbeirrt seine Pace herunterlief, ahnte er nicht, dass nur gut 10 Sekunden hinter ihm der von ihm bei 5 km abgehängte Karlos wieder näher kam - hätte das Rennen doch nur einen Kilometer mehr und damit die vollen 10 km gehabt. Johann und Georg machten es dagegen wirklich spannend. Zwei Kilometer vor dem Ziel erschien aus dem Schatten der Spreepromenade Georg, der Johann überraschte. Kurzentschlossen entbrannte ein Kampf zwischen den beiden, die mittwochs beim Lauftraining die Gruppe anführen. Es sollte bis auf die Zielgerade unentschieden stehen, und in einem kallinchenesken Zielsport, den Georg doch sonst nur von der anderen Seite kannte, entschied Johann das Rennen für sich.
Es war ein erfolgreicher Tag für fast alle TiBler:innen. Der Berlin Triathlon ist und bleibt eine DER Triathlon-Veranstaltungen in Berlin. Wieder ergaben sich Geschichten, Kämpfe und Rennen, die so nur in einem derart starken Feld den TiB-Athlet:innen passieren können. Wir können sehr stolz auf unsere Truppe sein.
David Suchodoll