TiB-Frisbeesportler erfolgreich und integrativ

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Nach dem Ende der Outdoor-Saison mit der Deutschen Meisterschaft (ausgetragen in Kassel vom 18. Bis 20. September) in den Spielklassen Open (Herren) und Damen als Highlight können die Frisbeesportler vom TiB ein positives Resümee ziehen. Das gilt insbesondere für das erste Herren-Leistungsteam von „Wall City“, das sich mit der über die ganze Saison gesehen besten spielerischen Leistung den Bronze-Rang sichern konnte. Weniger erfolgreich war das Frauen Ultimate Team jinX in dieser Saison. Nach einer erfolgreichen Qualifikation für die Deutsche Meisterschaft hat es nicht für einen Platz auf dem Treppchen gereicht und sie mussten sich mit dem 5. Platz zufriedengeben. 


„Wall City“ unter den besten Frisbeeteams in Deutschland

In der Gruppenphase gelang es am Freitag, beide Spiele überzeugend zu gewinnen, was insbesondere auf eine hervorragende Arbeit in der Verteidigung zurückzuführen war, mit der das Team vor allem zu Beginn der jeweiligen Partie Akzente setzen konnte. So endete das Spiel gegen die „Gummibärchen“ aus Karlsruhe mit 15:8, die Dauerrivalen von „7 Schwaben“ aus Stuttgart konnten deutlich mit 15:9 geschlagen werden. Am Samstag früh dann der Dämpfer: Nachdem man auch gegen „Hardfisch“ aus Hamburg hervorragend ins Spiel gestartet war, brach man in der zweiten Halbzeit vor allem offensiv ein und die Hamburger konnten das Spiel noch mit 12:13 drehen. Im abschließenden letzten Gruppenspiel ging „Wall City“ dann als Außenseiter ins Spiel gegen den amtierenden fünffachen deutschen Meister „Bad Skid“ aus dem Raum Heilbronn. Nach anfänglichen Fehlern gelang dann aber ein Spiel auf Augenhöhe, in dem man sich dennoch mit einem immerhin respektablem 10:13 geschlagen geben musste.

So ging „Wall City“ am Samstagabend als Gruppendritter in den Überkreuzvergleich um den Einzug ins Halbfinale. Dort wartete der Zweite der anderen Gruppe, die „Heidees“ aus Heidelberg, Deutschlands anderes Top-Team (neben Bad Skid), dessen Kader großzügig mit Nationalspielern besetzt war. Die „Heidees“ hatten in ihrer Gruppe überraschend gegen das fränkische Team „Frank N“ verloren und war deshalb nicht direkt ins Halbfinale eingezogen. „Wall City“ kam jedoch überraschend gut mit der Außenseiterrolle zurecht und überzeugte in einem Spiel auf Augenhöhe mit guten Aktionen auf beiden Seiten. Gegen Ende des Spiels setzte dann starker Regen ein, sodass das Spiel für annährend eine Stunde unterbrochen und auf einen Kunstrasenplatz verlegt werden musste. Die Berliner kamen stark aus der unfreiwilligen Unterbrechung und konnten zwei Defense-Punkte nachlegen. Martin Cronacher machte dann mit einem langen Pass auf den stark aufspielenden Julius Faber den Sack zu und die Überraschung perfekt. „Wall City“ konnte die „Heidees“ eliminieren, ins Halbfinale einziehen und damit die Sensation auf emotionale Art feiern.

Dies hätte man am nächsten Tag beinahe noch steigern können: Im Halbfinale traf man erneut auf „Bad Skid“. Diesmal gelang es, noch konzentrierter aufzuspielen, „Bad Skid“ wiederholt zu Fehlern zu zwingen und den Favoriten beim Stand von 10:10 und Spiel auf 11 in den entscheidenden Universe-Point zu bringen. Dort zeigte der Meister dann aber seine ganze Routine und brachte das Spiel nach Hause. Im anschließenden Finale wurde die Mannschaft aus Aachen dominant 15:8 besiegt. Für „Wall City“ war das Halbfinale hingegen das letzte Spiel, da viele Plätze wegen Überflutung vom Vortag noch gesperrt waren und die Platzierungsspiele somit entfielen. „Wall City“ beendet die Saison deshalb auf einem geteilten dritten Platz mit „Frank N“ und kann sich zu den besten vier Ultimate Herrenteams in Deutschland zählen, womit das ambitionierte Saisonziel erreicht wurde. Erfreulich ist zudem, dass in den Spielen gegen die „Heidees“ und gegen „Bad Skid“ nicht nur das Publikum eindeutig auf der Seite der Außenseiter von „Wall City“ stand, sondern beide Spiele zudem zusätzlich auf der Webseite des DOSB „Sportdeutschland TV“ im Livestream einer breiten Zuschauerschicht live zugänglich gemacht wurden. Aufgrund des schlechten Wetters konnten auch viele Spiele in der Frauen Division nicht ausgespielt werden. Daher müssen sich auch die Damen ihren 5. Platz, den sie in knappen Spielen errungen haben, teilen. Ihre knappsten Spiele hatten sie gegen die amtierenden achtfachen Meisterinnen „Woodchicas“ aus München und den Vize-Meisterinnen „Mainzelmädchen“ aus Mainz.


Der zweiten Mannschaft von „Wall City“ gelang es derweil leider wie schon im Jahr zuvor nicht, in die Top 6 der zweiten Liga einzuziehen und damit 2016 um den Einzug in die erste Liga mitzuspielen. Im entscheidenden Spiel unterlag „Wall City Too“ den „Wolpertingern“ aus München. Dennoch ist die gute Leistung der zweiten Mannschaft mit dem erneuten Einzug in Liga 2 zu würdigen, wo sich das Team achtbar schlug. Nächstes Jahr soll dann ein erneuter Anlauf auf die Top 16 erfolgen.


TiB-Frisbee engagiert sich für Geflüchtete mit offenem Training

Seit diesem Sommer bietet eine Gruppe mit dem Namen „ultimateconnects“ auf Initiative von jinX-Spielerin Christin Hesse wöchentlich ein Ultimate Frisbee Training für geflüchtete Menschen aus einer Unterkunft im Berliner Westend an. Dieser Gruppe gehören neben zahlreichen Scheibensportlern aus ganz Berlin auch mehrere TiB-Frisbeeathleten an. Das Projekt soll geflüchtete Menschen an den Sport Ultimate Frisbee heranführen und gleichzeitig in ein normales Alltagsleben integrieren. Ziel ist es, deutsche und geflüchtete Sportbegeisterte auf Augenhöhe in Kontakt zu bringen und Verständnis durch Sport zu schaffen. Dafür erscheint Ultimate Frisbee besonders geeignet, da es durch seine Alleinstellungsmerkmale, das Spielen ohne Schiedsrichter und die gemischtgeschlechtliche Spielklasse elementare zwischenmenschliche Werte in den Sport integriert. Das Training wird sehr gut angenommen und bereitet den neuen Frisbee-Enthusiasten aus Syrien, dem Irak, Ägypten und anderen Staaten sichtlich Freude. Die Beteiligten von „ultimateconnects“ treffen sich darüber hinaus auch neben dem Sportplatz mit den Geflüchteten. So fand bereits ein gemeinsamer Kochabend statt und man besuchte zusammen ein Bundesligaspiel der Berliner Hertha. Ein Ausbau des Projekts ist angedacht und wird gegenwärtig geprüft. Bei Interesse oder für weitere Informationen könnt ihr euch gern bei uns melden (ultimateconnects@gmail.com).